VR-Labor

VR-Labor-Klassenzimmer – Das virtuelle Labor-Klassenzimmer zur Professionalisierung von Lehramtsstudierenden der Chemie

Einblick in das VR-Laborklassenzimmer

Motivation und Relevanz des Projekts

Der Umgang mit Unterrichtsstörungen hat im Fachbereich der Chemie besonders hohe Relevanz, da im Experimentalunterricht neben allgemeinen Unterrichtsstörungen (z.B. verbale Störung, mangelnder Lerneifer) auch fachspezifische Störungen wie Verstöße gegen die Sicherheitsregeln, Unfälle mit und ohne Verletzungen und/ oder Sachschäden sowie Notsituationen auftreten können. Solche fachspezifischen Unterrichtsstörungen können rechtliche Konsequenzen haben, ein Training in einer realen Simulation, um den Umgang mit solchen zu schulen, ist jedoch rechtlich und moralisch hoch problematisch. Dies zeigt die Wichtigkeit der Entwicklung eines Ausbildungselements auf, das dieses bisher ungelöste Dilemma auflösen kann.

Projektpotential

Das VR-Laborklassenzimmer (VR = virtuelle Realität) soll als ein entsprechendes Ausbildungselement für die Professionalisierung angehender Lehrkräfte Strategien und Handlungskompetenzen im Umgang mit Unterrichtsstörungen vermitteln. Hierbei bietet der virtuelle Raum immersive Lernsituationen, bei welchen Personen- oder Sachschäden verglichen mit einer realen Simulation nicht auftreten können. Auch ermöglicht es die Verknüpfung von deklarativem und prozeduralem Wissen ohne die Herausforderungen von personengebundenen Daten aus traditionellen Trainingsmethoden wie dem Videomaterial.

Umsetzung erster Ziele & erste Veröffentlichungen

Dem Projekt liegt das in der Hochschullehre bereits eingesetzte und evaluierte VR-Klassenzimmer zugrunde, welches um einen Fachraum mit haptischen Elementen für den Chemieunterricht erweitert und so die Möglichkeit zur Durchführung eines Schülerexperiments im VR-Raum am Gasbrenner geschaffen wurde.

Die Ergebnisse einer ersten Pilotstudie sowie die Darstellung des Projekts wurden in einer ersten Veröffentlichung im Rahmen der 20. Fachtagung Bildungstechnologien (DELFI) beschrieben.

Eine Poster-Veröffentlichung im Rahmen der 38. Fortbildungs- und Vortragstagung der Fachgruppe Chemieunterricht 2022 fasst das Projekt im entsprechenden Format zusammen.

Weitere Projekt- und Forschungsziele

Das VR-Laborklassenzimmer soll nun im Rahmen der Lehramtsausbildung seminarbegleitend im Rahmen der Schulpraktischen Übungen eingesetzt werden. Die erste Pilotstudie soll um eine belastbare Evaluierung zur Kompetenzentwicklung der Lehramtskandidat*innen erweitert werden.

Das Projekt wird von Christina Hildebrandt und Prof. Amitabh Banerji umgesetzt und wurde in Kooperation mit Axel Wiepke und Prof. Ulrike Lucke (Institut für Informatik und Computational Science/Lehrstuhl für Komplexe Multimediale Anwendungsarchitekturen) entwickelt.  

Eine erste Projektvorstellung mit Projektbericht erfolgte durch das Zentrum für Qualitätsentwicklung in Lehre und Studium (ZfQ) im Rahmen der Vorstellung innovativer Lehrprojekte im Jahr 2021.

Förderung des VR-Laborklassenzimmers im BMBF Programm „Kompetenzzentrum für digitales und digital gestütztes Unterrichten in Schule und Weiterbildung im MINT-Bereich“ ab 2023

Im Rahmen der BMBF Ausschreibung zu den digitalen MINT-Kompetenzzentren konnte auch ein Projekt für das VR-Laborklassenzimmer eingeworben werden. In Kooperation mit dem IPN Kiel (Didaktik der Chemie) sowie dem Lehrstuhl von Prof. Ulrike Lucke soll das VR-Laborklassenzimmer um Aspekte der Individualisierbarkeit erweitert werden, um auch die Planungskompetenz als einen weiteren Aspekt der Professionalisierung von Lehrkräften durch das Szenario abbilden zu können.


Bei Fragen in Kontakt treten mit:


Christina Hildebrandt
Research Assistant (PhD)
Phone: +49 (0) 331 977-5185/-6142
Mail: christina.hildebrandt@uni-potsdam.de
House 25, Room: D1.07/D1.19